Collage zerfressener Unterhosen Creative Commons Licence CC:0

News #5 - Jede zerfressene Unterhose liefert Daten

Nach dem offiziellen Ausgrabungs-Event ernten wir nun die Früchte – oder eben die Unterhosen – eurer Arbeit.

Auf der Projekt-Webseite habt ihr über 2000 Bilder von Unterhosen, Teebeuteln, Feldern, Äckern und Gartenbeeten hochgeladen und dazu Beschreibungen erstellt und Fragen beantwortet. Das ist wirklich klasse! «Viele haben sehr gut dokumentiert und kommentiert, was sie gemacht haben», sagt dazu Franz Bender vom Projektteam. Ebenso kommen pro Tag derzeit etwa ein Duzend Pakete mit Unterhosen, Teebeuteln und Bodenproben bei uns an. «Wir öffnen diese sofort, kontrollieren den Inhalt, trocknen allenfalls noch nach und lagern alles in Kisten ein», erklärt Bender. Bereits jetzt gilt allen Beteiligten ein riesiges Dankeschön!

Für die Forschenden beginnt der grösste Teil der Arbeit erst noch, denn bald starten sie mit der Auswertung. Zuerst geht es an die Unterhosen. Diese werden erst einmal von der anhaftenden Erde befreit und danach auf der Seite aufgeschnitten. Aufgeklappt kommen sie auf ein blaues Quadrat mit bekannter Fläche. Überall dort, wo die Unterhose noch ganz ist, wird der blaue Hintergrund abgedeckt. «Ein Computerprogramm kann nun exakt berechnen, wie gross die Fläche des Unterhosenstoffs ist. Dadurch wissen wir auch, wie viele Prozent der Unterhose abgebaut wurden», sagt Bender.Digitale Auswertung der zerfressenen Unterhosen

Am Baumwollstoff lässt sich aber noch mehr ablesen. «Wir haben die Idee, seine Färbung zu dokumentieren. Diese geht manchmal ins Gelbliche oder Lila. Das gibt einen Hinweis auf die vorhandenen Bakterien und Pilze», sagt Bender. Ebenso könnte man schauen, wie die Löcher verteilt sind und ob es hier allenfalls Parallelen zur vorhandenen Artenvielfalt der Bodenorganismen gibt.

Um die Vielfalt von Bakterien und Pilzen noch genauer zu erfassen, sind unsere Projektmitarbeitenden bei 200 Unterhosen-Standorten vorbeigegangen und haben frische Bodenproben genommen. «Diese wurden sofort eingefroren, um jegliches Leben darin zu konservieren», sagt Bender. An ihnen laufen inzwischen genetische Analysen, die zeigen werden, wie viele Pilz- und Bakterienarten im jeweiligen Boden vorhanden sind.

Richtig aufwändig wird es bei den Teebeuteln. «Wir müssen 14 000 von ihnen aufschneiden und deren Inhalt wiegen. Das wird eine Weile dauern», sagt Bender. Gleiches gilt für die Bodenproben, die ihr uns geschickt habt. «Wir werden sie sieben, damit die Steine weg sind, und dann messen wir pH-Wert, Humusgehalt, Stickstoff, Kohlenstoff, Phosphor und weitere Kenngrössen», erklärt Bender.

Wichtig:

Wer uns das Paket noch nicht zurückgeschickt hat, soll das bitte noch machen. Wir sind auf eure Daten angewiesen. Vielen Dank!

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