Die Familie Riniker an Ruedis 50. Geburtstag.

News #9 - Interview mit Irma

Der Wille, dem Boden Gutes zu tun, ist gross – aber...

Familie Riniker hat einen Landwirtschaftsbetrieb in Schinznach Dorf. Mit viel Elan haben sie Unterhosen auf ihren Feldern vergraben. Wir haben mit Irma Riniker über ihre Motivation zum Mitmachen und ihren Boden gesprochen – und darüber, welche Fragen für unsere Zukunft wichtig sind.

 

Irma, was hat euch dazu bewegt, am Projekt “Beweisstück Unterhose” teilzunehmen?

Es ist einfach spannend, den eigenen Boden zu analysieren. Das Projekt bot grossräumige Vergleichsmöglichkeiten unseres Bodens. Und ich glaube, Projekte, bei denen die Anwender selbst mitmachen können, führen am ehesten zu einer Verbesserung. Wenn die Leute selbst erleben, was man anders machen kann, wenden sie dieses Wissen viel eher im Alltag an. So kann ein Umdenken stattfinden.

 

Wie habt ihr vom Projekt erfahren?

Zuerst bin ich wohl über die Seite der Agroscope darauf aufmerksam geworden. Die Begeisterung zum Mitmachen war bei der ganzen Familie sofort da. Wir haben auf Anhieb gedacht, dass das etwas Gutes wird.

 

Das Projekt neigt sich dem Ende zu. Die «Beweisstücke» wurden ausgewertet und ihr habt eure Ergebnisse erhalten.

Nützen euch diese Ergebnisse nun etwas?
Wir haben gesehen, dass die Resultate an verschiedenen Parzellenorten unterschiedlich sind. Die Schlussfolgerung war: Weiterhin mit möglichst leichten Geräten und gleichzeitig bodenschonend zu arbeiten.

 

Was hat euch an euren Bodenergebnissen am meisten überrascht?

Nicht viel (lacht). Dadurch, dass wir regelmässig Bodenproben einreichen, kennen wir unseren Boden gut und wissen, was man wo verbessern kann.

 

Und was macht ihr, wenn es Optimierungsbedarf gibt?

Der Wille, dem Boden Gutes zu tun, ist bei uns wie bei vielen Leuten in der Landwirtschaft gross. Wir hängen aber auch davon ab, was der Markt liefert. Die Anwendung von Drohnen hilft beispielsweise, den Boden weniger zu belasten– wir verfolgen das mit grossem Interesse. Unser Ziel ist es: Den Betrieb in einer gesunden Existenz weitergeben.

 

Würdet Ihr wieder an einem solchen Projekt teilnehmen?

Sofort.

 

Und welche Fragen möchtet ihr selbst mal in einem Projekt erforschen?

Eine Frage, die mich persönlich interessiert: Wie wirken Schüssler Salze, insbesondere die 21, auf Bienen? 2018 veröffentlichte das Zentrum für Bienenforschung, Agroscope, einen Forschungsbericht über Lithiumchlorid. Es wird wohl noch ein paar Jahre Forschung brauchen, bis ein geeignetes Tierarzneimittel zulässig wird. Aber uns sind nicht alle aktuellen Forschungsprojekte und -fragen bekannt. Wenn Institutionen auf uns zukommen, machen wir aber gerne bei neuen Projekten mit.

 

Wo braucht es deiner Meinung nach mehr Forschung, bei der die Bevölkerung miteinbezogen wird?

Welche Pflanzen sollen wir in Zukunft anbauen? Welche Arten werden zugelassen, um unsere Wälder zu erhalten? Die Bevölkerung muss einen Weg im Umgang mit Wassermangel finden, damit für den Anbau von Nahrungsmitteln genug Wasser zur Verfügung steht.
Und ich finde, Personen ausserhalb der Landwirtschaft müssen über den korrekten Gebrauch mit zulässigen Pflanzenschutzmitteln besser informiert werden. Es sollten nur noch Mittel zum Verkauf zugelassen werden, welche auch in der Landwirtschaft erlaubt sind.

 

Vielen Dank für deine Zeit, Irma!

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