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Der Nematode (Fadenwurm) - klein, unscheinbar und überall präsent

Nematoden gehören zu den zahlreichsten Organsimen auf der Welt. Sie kommen praktisch überall auf der Erde vor: 

In den Sedimenten von Meeren und Seen und an Land. Es wird geschätzt, dass eines von 5 Tieren ein Nematode ist und dass in zwei Händen voll Erde (ca. 100g) tausende Nematoden vorkommen können! Dabei nehmen sie im Boden eine Schlüsselposition bei der Kompostierung, Bodenbildung und Regulierung mikrobieller Gemeinschaften ein.

 

Steckbrief:

  • Aussehen: Mikroskopisch kleine (0.4-5mm), weisse/farblose, fädige Würmchen. Sie besitzen kleine Fortsätze am Mund, mit denen sie Nahrung aufnehmen und die Umgebung abtasten können.
  • Gewicht: Alle Nematoden zusammen sind etwa so schwer wie 80% des Gewichts aller Menschen auf der Erde.
  • Vorlieben Umgebung: Mögen es meistens feucht und warm, brauchen einen Wasserfilm für ihre Aktivität und den Gasaustausch.
  • Nahrung: Mikroorganismen (z.B. Bakterien, Algen, Pilze). Es gibt aber auch Arten, die Pflanzen, Tiere und sogar den Menschen befallen können.
  • Lebensdauer: Unter super günstigen Bedingungen beträgt ihr Lebenszyklus nur drei Tage! Durchschnitt – 2 Wochen.
  • Extreme: Nematoden haben sich auch an extreme Lebensräume wie die Polarregionen und bis zu 3.6km Tiefe unter der Erdoberfläche angepasst (das am tiefsten in der Erdkruste lebende vielzellige Tier). In Sibierien haben Forscher eine Nematodenart gefunden, die 40'000 Jahre lang eingefroren war und im Labor wiederbelebt werden konnte! Dies geht nur dank einem Überlebensmodus (Eintreten in ein Ruhestadium) wenn sich z.B. die Umweltbedingungen plötzlich extrem verschlechtern.

 

Nutzen und Schaden in der Landwirtschaft/im Garten

Nematoden können je nach Art den Pflanzen nützen oder ihnen Schaden zufügen.

Die nützlichen Nematoden können zur biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden. Diese dringen u.a. in Insektenlarven ein (z.B. von Trauermücken, Dickmaulrüsslern, Engerlingen etc.), vermehren sich darin und töten somit die Larven ab. Die Aktivitäten der Nematoden im Boden sind enorm wichtig, um Nährstoffe für Pflanzen verfügbar zu machen.

Schädliche Fadenwürmer dringen in die Pflanzenwurzeln ein, um dort Nährstoffe für sich zu gewinnen und können somit die Pflanze schwächen. Ein wechselnder Anbau von verschiedenen Gemüse- und Ackerkulturen kann dabei Nematoden-Schäden verringern. Auch ein gesunder Boden mit gestärkten Pflanzen und hilfreichen Pilzen und Bakterien kann helfen, die schädlichen Nematoden in Schach zu halten.

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