Frühstuck für den Boden Agroscope, Gabriela Brändle

News #2 - Frühstück für den Boden

Ziel des Projekts «Beweisstück Unterhose» ist es unter anderem ein Bewusstsein für Bodengesundheit zu schaffen. Darum erklären wir euch hier einige der effektivsten Massnahmen, um unsere Böden zu fördern.

Etwas vom Wichtigsten ist die ausreichende Fütterung der Bodenorganismen; also die Milliarden von Pilzen, Bakterien, Springschwänzen, Asseln, Milben, Regenwürmern und Nematoden, die jeden Kubikmeter Boden bevölkern. Je mehr diese nämlich zu fressen kriegen, desto besser geht es ihnen, desto besser können sie Ihre Funktionen ausführen und desto gesünder ist damit der Boden.
Eine der unkompliziertesten Massnahmen für den Privatgarten ist, wenn man im Herbst das Falllaub einfach auf dem Rasen oder der Wiese liegen lässt. Man wird feststellen, dass es wie von Zauberhand verschwindet. Dahinter stecken natürlich die Regenwürmer. Sie kommen in der Nacht aus ihren Wohnhöhlen, fischen sich ein Blatt und zerren es hinunter in die Tiefe, wo sie es anschliessend fressen. Die Blätter, welche die Würmer nicht zu fassen kriegen, werden von Pilzen, Springschwänzen oder Asseln an der Oberfläche abgebaut oder zumindest soweit zerkleinert, dass sie für ein ganzes Heer weiterer Organismen als Nahrung dienen können. Zurück bleibt nur ihr Kot – Bodenkenner nennen ihn «Humus».
Zur Fütterung der Bodenorganismen lässt sich auch Mulch ausbringen. Dieser kann beispielsweise aus verrottetem Mist, Schilf oder Häcksel aus der Holzverarbeitung bestehen. Die Bodenorganismen ziehen von unten in die Mulchschicht ein, fressen drauf los und produzieren so wiederum den begehrten Humus.

Mulch hat den Vorteil, dass er den Boden auch vor Erosion durch Wasser und Wind schützt. Erosion betrifft vor allem grosse Äcker, die durch das Gelände etwas geneigt sind.
Neben einem Mangel an Futter gibt es für Bodenorganismen noch ein anderes grosses Problem. Es sind die vielen Stoffe, die wir Menschen auf oder in den Boden geben, um unseren Weizen oder unser Gemüse wachsen zu lassen. Dazu zählt beispielsweise der Kunstdünger. Dieser hat zwar einen geradezu fantastischen Effekt auf das Pflanzenwachstum, gleichzeitig schädigt er – vor allem bei grösseren Mengen – die Bodenorganismen. So verkümmern beispielsweise die für Pflanzen wertvollen Mykorrhiza-Pilze. Durch einen sparsamen Einsatz von Dünger lassen sich Bodenorganismen weitgehend erhalten und die Pflanzen bekommen trotzdem ihre Nahrung.
Weitere bedeutende Fremdstoffe in unseren Böden sind Pestizide. Sie können sich jahrzehntelang im Boden festsetzen und seine Artenvielfalt belasten. Am besten reduziert man den Einsatz von Pestiziden soweit wie möglich. Dabei hilft es, wenn man im Garten aber auch in der Landwirtschaft die Vielfalt an Pflanzen um Beet und Feld erhöht. Dadurch finden mehr natürliche Fressfeinde der Pflanzenschädlinge einen Lebensraum.